Tag 6 & 10

17. bis 21.02.26 - von Mettupalayam nach Rameswaram

Am 17.02.26 verfolgte die kleine Gruppe die Züge der Nilgiri-Bahn. Ich musste wegen "Magen-Darn" jedoch das Bett hüten. Daher gibt es von diesem Tag keine Fotos.

NaNein, die Herren wollen hier nicht ein Bedürfnis befriedigen. Oder doch? Dann jedenfalls ein anderes. Am siebten Reisetag wollten wir das Nilgiri Mountain Railwy in Mettupalayam besuchen, welches laut Internet täglich von 5:45 bsi 22 Uhr geöffnet haben sollte. Wie zu sehen, hatte es aber geschlossen. Da half nur reinspitzen.

Wir kamen beim Kurzbesuch am 18.02. in Mettupalayam gerade rechtzeitig, um den Ausbau einer Weiche mitzuerleben. Arbeitsschutz wie in Deutschland? Fehlanzeige!

Eigentliches Ziel des Tages war die Stadt Coimbatore. Einer Hochburg des Blütenschmucks, der vor allem (aber nicht nur) als Opfergabe in den Hindutempeln Verwendung findet. Wir besuchten einen Großmarkt für Blüten. Am Abend fuhren wir mit einem Nachtzug nach Trivandrum. Dort gab es jedoch nicht viel zu fotografieren.

Wir blieben daher auch nur eine Nacht in Trivandrum. Bereits am nächsten Morgen ging es mit einem anderen Zug weiter. In Tirunelveli einem Ort mitten im Nirgendwo, aber einem großen Bahnhof, wurde unser Zug von Nacht- auf Tagebetrieb umgestellt. Das heißt: Liegen hochklappen, Wagen-Innenreinigung, feucht durchwischen. Auch die Toiletten wurden sauber gemacht, wobei diese immer durchaus benutzbar waren. Auch Wasser wurde aufgefüllt. Dies war u.a. Aufgabe dieser Frau, die hier den Hahn wieder zudreht. Bei Indern mittlerweile immer dabei: das Handy. Auch bei den untersten Kasten.

Wir fuhren bis Madurai - blieben aber ebenfalls nur eine Nacht. Am 21.Februar fuhren wir mit einem Tageszug nach Rameswaram, hatten jedoch am Bahnhof Madurai etwas Wartezeit. So zum Beispiel auch von dieser "Streckengeherin", die durch das Gleis lief. Ob sie wirklich ähnliche Aufgaben wie früher die deutschen Streckengeher hat?

Aber Arbeitsschutz in Indien gibt es auch. Beweis: dieser beiden Herren mit Warnweste und Helm, die zufällig des Weges kamen, als dieser Regionalzug mit der Lok 22837 an der Spitze gerade am Bahnsteig zum Halten kam.

Die Geschwindigkeit haltender Züge bei Ein- und Ausfahrt ist auf 15 km/h begrenzt. Durchfahren darf man schneller. Aber dieser gerade einfahrende Fernzug mit der Lok 37297 an der Spitze wird in Kürze anhalten. "In Kürze" - nun ja. es wird bei 15 km/h noch ein Weilchen dauern...

Dieser Wagen ist einer der moderneren. Wir sehen einen unklimatisierten Wagen. Er hat aber schon Fensterscheiben, die in die Fenstermitte geschoben werden können. Das Schild "UR" meint: nicht reservierbar. Es kann also fallweise sehr , sehr voll werden. Das Zuglaufschild in englisch fehlt. Statt dessen ist das in Hindi doppelt links und rechts der Tür angebracht. Vielleicht weil jemand meinte, in dem Wagen fahren eh nur Einheimische. Aber normal ist das nicht. Apropos Einheimische: In der offenen Tür des schon wieder anfahrenden Zuges scheint es ein gemütliches Plätzchen zu sein.

Auch das gibt es an größeren Bahnhöfen. Klimatisierte Warteräume. Nur 20 Rupien pro Stunde! Das sind ungefähr 20 Cent. Aber inklusive Toilette.

Die Bahnhöfe sind gleistechnisch zwar sauber, weil der Unrat wie hier zwar eingesammelt wird. Aber sie stinken! Die Kombination "betonierte Feste Fahrbahn" statt Schotteroberbau und offene Wagentoiletten ist keine Gute!

Auch ein Doppelgespann zweier grüner Ellok kam vorbei. Vorn die 32026.

Wir nahmen wenig später dann den Zug zur Insel Panbam. Kurz vor der bekannten Brücke im Bahnhof Mandapam mussten wir die Kreuzung mit diesem (Oberbau?)-Messzug 240085 abwarten. Auf dem Schild steht: "Glorreiche 100 Jahre elektrische Traktion (1925 - 2025".

Ankunft im Kopfbahnhof von Rameswaram. Unser Zug mit der 22806 ist von der Bauart WAP (kann man Googlen). Die Wagen beider Züge sind von der älteren Bauart. Einheitlich in gelb (oder eher saharabraun?) gehalten sind sie nicht so eckig wie die neuere Bauart.

Das war das Ziel der Begierde: Die Panbam-Bridge. Sie verbindet das indische Festland mit der vorgelagetren Panbam. Diese liegt nur rund 20 Kilometer von der Sri Lanka entfernt. Die Brücke, eigentlich sind es ja drei, ist etwa 2 Kilometer lang. Die erste war die hier vordere Eisenbahnbrücke mit einer Rollklappbrücke. Sie kam in die Jahre und wurde nach jahrelanger Bauzeit 2024 durch den Neubau mit einer Hubbrücke für die Schifffahrt ersetzt. Sie kann noch zweigleisig ausgebaut werden. Ich stehe auf der dritten Brücke, für den Straßenverkehr. Da sie ca. 30 Meter über der Wasseroberfläche liegt, braucht sie nicht geöffnet zu werden. Über die Brücke fährt gerade die Diesellok 40463 mit dem Regionalzug 16850 in das etwa 100 Kilometer entfernte Tiruchirappalli.

Am Klappmechanismus der alten Brücke wurde gearbeitet. Ob es Vorarbeiten zum Abriss sind? Dem Vernehmen nach soll sie nämlich abgerissen werden. In ihren letzten Betriebsjahren durfte sie nur noch sehr langsam befahren werden, weil die Standsicherheit sonst nicht mehr gewährleistet war. Eine Aufarbeitung oder muesale Erhaltung scheint also ebenso ausgeschlossen wie sinnlos.
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