Den Jahreswechsel in den Schweizer Bergen und am Genfer See erleben

29.12.25 - 02.01.2026

Los ging es am 29.12., als man sich mittags in Basel traf. Zunächst ging es nach Chur. Fakultativ konnte man noch einen Abstecher nach Arosa machen, bevor es beim Abendessen bei einem Käsefondue das Klischee erfüllt wurde.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bernina-Express. Natürlich in der 1.Klasse. Kurz vor dem Pass bot sich dieses Motiv nach draußen.

Der Bernina-Pass ist die höchste ganzjährig befahrene Passstrecke der Alpen, die nicht durch einen Scheiteltunnel führt. Bernina-Ospizio ist der höchste Punkt. 2256 M.ü.M. Also nicht "Normal-Null" am Pegel Rotterdam, sondern hier ist wohl der Pegel Marseille gemeint, auf den sich die Schweiz früher einmal bezog.

Wir fuhren aber nicht bis Tirano, sondern nur bis Alp Grüm. Im dortigen Bahnhoferestaurant war ein Mittagessen bestellt. Zuvor gab es aber Gelegenheit unseren Zug in der Panoramakurve mit dem Blick hinunter ins Puschlav abzulichten.

Beim zweiten Bernina-Express eine Stunde später waren wir mit dem Essen bereits fertig und so ergab sich ein Motiv des haltenden Zuges. mit dem Alegra 3507 an der Spitze. Für mich neu war, dass man offenbar in Alp Grüm regulär etwa 10 Minuten hält, um den Fahrgästen Gelegenheit zu geben zu fotografieren!

Kurze Zeit später näherte sich der Regionalzug Tirano - St.Moritz von unten Alp Grüm. Diesen Blick hat man von der Terasse des Bahnhofsrestaurants.

Kurz vor Mittag des 31.12. bestiegen wir den Glacier-Express. Zuvor konnte am Bahnhof Chur die Ge4/4III 644, die eine Seitenwerbung trägt und an den längsten Personenzug der Welt erinnert, fotografiert werden. 25 Capricorn-Züge, einer davon versteckt sich hinter dem Automaten, bildeten mit 1906 Meter eine lange Zugschlange.

Nachdem wir die Vorderrheinschlucht passiert hatten, wurde das Mittagessen serviert. Den traditionellen Speisewagen führt man aber im GEX auch nicht mehr mit. Es wird am Platz herkömmlich des bestellte Essen serviert. Wenn man aber als Gruppe das gleiche Essen bestellt, wird noch wie früher vorgelegt.

Anschließend spendierte ich allen einen Schnaps und der Kellner tat uns zu liebe auf die traditionelle GEX-Art einschenken. "Das wollen nur noch die Schweizer und die Deutschen", so sein Kommentar.

In Brig stiegen wir in einen SBB-IR um, der uns nach Montreux brachte. Im dortigen Hôtel Eden Palace Au Lac nahmen wir Quartier und kurz darauf begann schon das mehrgängige Silvestermenü. Hier der Hauptgang: Kalbsfilet mit Kalbsbries und Steinpilzsoße an Wintergemüse (mit jeweils einem Rosenkohlröschen). Nun ja, ich werde wohl kein Fan der Haute Cuisine.

Der Neujahrsmorgen war kalt. "Smoke on the water" einmal anders. Das Schiff ist aber nur ein Pseudodampfer, der im Linienbetrieb den Genfer See befährt.

Entlang der Promenade sind zahlreiche Kunstwerke ausgestellt. Ob der Wanderwegweiser dazu gehört, oder es nur ein einfacher Spaß ist, weiß ich nicht. Spannend finde ich die auf 15 Minuten genaue Zeitangabe. Xicheng ist ein Stadtteil von Peking, Chiba ein solcher von Tokio..

Zu den Kunstwerken zählt aber auf alle Fälle die Statue von Freddy Mercury.

Montreux soll er einzige europäische Bahnhof Europas sein, der drei Spurweiten in sich vereint. Die SBB-Normalspur, die Meterspur der MOB und die 800mm Zahnradbahn auf den Hausberg von Montreux, dem Rochers-de-Naye. Letztere ist 10,5km lang und mit dem Zahnradsystem Abt ausgerüstet. Die Fahrzeit beträgt rund eine Stunde. Unser Nachmittagsausflug führte dort hinauf. Von oben bot sich ein herrlicher Ausblick auf den See.

Um 16:27 Uhr fuhr der letzte Zug talwärts. In Doppelführung. Mit uns fuhr sämtliches Personal mit zu Tal, da eine Übernachtung oben am Berg nicht möglich ist. Nur der letzte machte nicht das Licht aus, denn es blieb am Eingang an. Aber sonst wurde alles verriegelt und verrammelt.

Am 02.Januar ging es dann auf Meterspur mit dem Golden Pass auf der Montreux-Berner Oberland-Bahn bis Zweisimmen. Von der automatischen Umspurung auf Normalspur merkt man außer einem leichten Ruckeln nichts. Sie findet zudem bei der Einfahrt in Zweisimmen statt. Während der Fahrt gab es ein sehr leckeres Aperolplättli.
Die Umspurung macht es seit 2023 möglich, dass die Züge nun auf Normalspur weiter bis Interlaken Ost fahren können. Pläne dort ebenfalls eine Umspuranlage anzulegen, um auf den Gleisen der Zentralbahn weiter bis Luzern fahren zu können, wurden bislang nicht verwirklicht. Also hieß es Umsteigen zur Fahrt über den Brüning-Pass.

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