Bahnerlebnis Berlin

29.09. - 04.10.2021

Die ausgebuchte Berlin-Tour begann am Mittag des 29.09.21 vor dem Intercity-Hotel am Berliner Ostbahnhof. Mit diesem historischen Berliner Doppelstockbus ging es nach Berlin-Schöneweide zum dortigen S-Bahn-Werk für die schwere Instandhaltung.

Hier bekam die Reisegruppe durch den Chef der Berliner S-Bahn Peter Buchner höchstpersönlich eine Führung durch das Werk Schöneweide. In der Richthalle war unter anderem der 481 139 während seiner Hauptuntersuchung zu sehen. Er hat schon seine Lackierung in den neuen S-Bahn-Farben erhalten.

Am Morgen des 2.Tages konnte zufällig der Ankunft des ConnectingEuropeExpress im Berliner Ostbahnhof beigewohnt werden. Da dieser Zug von mir selbst leider nicht fotografiert werden konnte, hier der Link zu Hagen von Ortloffs Videotagebuch, in dem dessen Einfahrt dokumentiert ist. Da die Reise unter dem Label "Eisenbahnromantikreise" lief, war auch Hagen mit von der Partie.
Ziel für uns an diesem Vormittag war die Woltersdorfer Straßenbahn. Nach einer Depotbesichtigung ging es weiter zum Endpunkt Woltersdorfer Schleuse. Wagen 33 ist das Fahrzeug des Regelverkehrs. Und wird in Kürze nach Rahnsdorf zurück fahren.

Nachdem Wagen 33 weg war, war Platz für die beiden historischen betriebsfähigen Exemplare der Bahn. Wagen 2 und ein Beiwagen war unsere eigene Fahrgelegenheit. Hier bei einer Scheineinfahrt in die Endhaltestelle.

Gefolgt von Wagen 218. Dieser darf für öffentliche Fahrten leider nicht mehr eingesetzt werden. Aber für Werkstattfahrten darf er das Depot noch verlassen und folgte uns als Leerfahrt. Auch am kleinen Korso an der Woltersdorfer Schleuse nahm er natürlich teil.

Den Nachmittag verbrachten wir im Historischen S-Bahn-Bw in Erkner. Alle Museumsfahrzeuge der Berliner S-Bahn sind hier konzentriert und werden vom Verein "Historische S-Bahn" betreut. Hier sehen wir den 3-teiligen Panoramazug 488 001, der leider im Jahr 2021 keine Perspektive hat, betriebsfähig aufgearbeitet zu werden.

Die Halle in Erkner reicht leider nicht aus, um alle Fahrzeuge überdacht unterzustellen. Das trifft auch auf den Prototyp der späteren "Cola-Dosen" der Baureihe 485 zu. Hier ist der 270 001 zu sehen, welcher erst seit dem Jahr 2021 überhaupt in Erkner zu finden ist. Zum Aufnahmezeitpunkt (30.09.21) war zumindest eine äußerliche Aufarbeitung vorgesehen. Als erste Neubau-S-Bahn der Reichsbahn der DDR ist der Triebwagen von besonderer Bedeutung.

Am Freitagvormittag des 01.10.21 konnte die Fahrzeugschmiede in Hennigsdorf bei Berlin besichtigt werden. Im Werk (ex AEG, ex LEW, ex Bombardier), nun zu ALSTOM gehörend, war leider totales Fotografierverbot angesagt. Daher muss hier ein Foto des Werkeingangs genügen.

Am Nachmittag waren wir dann im Deutschen Technik Museum Berlin (DTMB) auf dem Gelände des früheren Bw Anhalter Bahnhof. Dies ist keine Kunst von Christo, sondern ein konservatorisches Experiment. Wie unser Führer durchs Museum, niemand Geringeres als der Chef Lars Quadejacob selbst, berichtete, will man damit testen, ob ein solches Einhüllen in Folie sich positiv auf den Erhaltungszustand auswirkt. Zum Beispiel in den Depots oder wenn das Fahrzeug ohne Überdachung im Freien stehen muss. Natürlich verwendete man für den Test kein Museumsstück, sondern die ohnehin nicht betriebsfähige Werklok 1 (O&K 26608) des Museums. Ganz bewusst stellte man sie auch so auf die Drehscheibe, damit sie soviel wie möglich Sonne abbekommt, um auch die UV-Beständigkeit zu prüfen.

3 Tage vor unserem Besuch wurde ein kurzer 4-teiliger VT11-Zug aus Koblenz ins Museum überführt, um hier bei einer Fachtagung als Exponat zu dienen. An ausgewählten Tagen im Oktober 2021 konnte er auch von Museumsbesuchern besichtigt werden. Vorab konnten wir dies natürlich auch. :-)
Wir sehen hier den ehemaligen Gasturbinen-Triebkopf 602 003. Fotografiert aus dem letzten Wagen unserer kleinen Mitfahrgelegenheit. Mit Lok 2 der Anschlussbahn des Museums und einem Wagen wurden wir zum Depot "Landverkehr" in den so genannten Monumentenhallen gefahren. Ein Foto aus diesem Depot ist hier zu sehen.

Tag 4 (Samstag, 02.10.) begann mit einem Spaziergang durch das Regierungsviertel, geführt von Sven Heinemann (SPD, MdA). Heinemann war wenn man so will der Mastermind der Reise, der mit seinen politischen Kontakten viele Türen öffnete und so vieles erst ermöglichte. Er war daher logischerweise bei vielen Programmpunkten mit dabei, denn so was lässt man sich auch privat nicht entgehen. :-)
Nachmittags stand dann ein Besuch bei den Berliner Eisenbahnfreunden, die in Basdorf ihr Domizil haben, auf dem Programm. Zunächst ging es mit deren VT 795 396 über die Heidekrautbahn in Richtung Berlin-Wilhelmsruh. Hier beim Fotohalt in Mühlenbeck.

Nach der Rückkehr bestand noch die Möglichkeit, das Museum und die Fahrzeugsammlung des Vereins zu besichtigen. Erfreulich, dass man sich entschlossen hat, die seit über 20 Jahren abgestellte 65 1057 wieder betriebsfähig herzurichten. Der Kessel sei in Ordnung, hieß es. Ein gutes Bild ließ sich aber nicht umsetzen, so dass hier die 0120 013 gezeigt wird. Eine kleine O&K-Maschine mit der Fabriknummer 26874.

Am Sonntag, 03.10., war die IGE-Gruppe VIP-Gast bei einer Buchvorstellung im S-Bahn-Werk Grünau. Etwa 120 Personen wurden zunächst mit einer Sonder-S-Bahn (484 001) am Bahsteig Grünau abgeholt. Im Werk erwartete uns der bereits im Juli 2021 anlässlich des Jubiläums "150 Jahre Ringbahn" gestaltete S-Bahnzug 481 479. Leider war dieser nicht besser fotografisch abzulichten.

Anlass der Veranstaltung war die Vorstellung des Buches "Die Berliner Ringbahn" durch den Autor bzw. Herausgeber Sven Heinemann (2.v.r.) und die Übergabe des Buchhonorars von 5.000 Euro als Spende an die "Historische S-Bahn e.V.". Ganz links Hagen vor Ortloff, zweiter von links ein Vertreter des Vereins, der Herr in der Mitte ist mir leider unbekannt. Ganz rechts der Chef der Berliner S-Bahn Peter Buchner. Im Anschluss ging es mit dem Jubiläums-S-Bahn-Zug auf eine Sonderfahrt im Uhrzeigersinn über den S-Bahn-Ring. Fachkundig kommentiert und erläutert durch Sven Heinemann.

Am Nachmittag hatten wir noch einen Termin mit dem Verein Berliner Unterwelten. Diese bieten eine Tour im ersten U-Bahn-Tunnel Berlins an. Dieser entstand testweise zwischen zwei Betriebsteilen des früheren AEG-Betriebsgeländes an der Berliner Brunnenstrasse. Statt eines Fotos kann ich hier auch nur auf ein Video Hagen von Ortloffs vom Besuch verweisen. Gleichwohl war die Situation oben nicht minder interessant! Wie ein Blick auf den früheren Fabrikhof zeigt!

Am Morgen des letzten Reisetages (Montag, 04.10.) ging es bereits um 7 Uhr mit dem Bus nach Seddin in das dortige Cargo-Werk, wo wir einen Besichtigungstermin hatten. Der an sich vorgesehene Besuch des ICE-Werkes in Berlin-Rummelsburg war coronabedingt abgesagt worden. Hier zu sehen das Gemälde im Eingangsbereich des Werkes.

Im Werk durften wir nach Herzenslust fotografieren. Hier als Beispiel die sich in Hauptuntersuchung befindliche 145 021 der RBH, welche ohne ihre Drehgestelle auf Hebebühnen ruht. Danach ging es zurück nach Berlin, ab Potsdam im RE über die Stadtbahn.
Sven Heinemann führte uns noch zu Konnopke in der Schönhauser Allee. Im Anschluss bekamen wir abschließend durch den letzten Bauleiter der neugebauten U5 noch eine Führung durch die neuen U-Bahn-Stationen "Rotes Rathaus", "Museumsinsel" und "Unter den Linden". Und damit ging eine sehr erlebisreiche Reise zu Ende.

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