GALERIE 103

alle Aufnahmen vom 20.09.2014

Einer der letzten Kurswagen-Züge, der IC "Rottttaler Land", wird zum Fahrplanwechsel 2014/15 eingestellt werden. Damit werden solche traditionsreichen Fernverkehrsbahnhöfe wie Eggenfelden Mitte oder Karpfham nur noch von schnöden Regionaltriebwagen der BR 628 bedient.
Wir – 2 Kollegen und ich – nahmen dies zum Anlass, den ohnehin nur samstags verkehrenden Zug, am 20.09.2014 unsere Aufwartung zu machen und fuhren auf dem Gesamtlauf in Bayern bis ins hessische Fulda mit.
Mit 4 IC-Wagen und einer 218 startet RB 27027 um 07.05 Uhr in München Hbf zunächst nach Mühldorf.

Traditionell besteht der Wagenpark aus den hinterletzten Reserven. Ohne Zuglaufschilder, aber etlichen defekten Türen. Wobei dies nicht ganz stimmt. Ein A4-Blatt als “Schild” war an jeder zweiten Tür – mit Klebestift - eingeklebt. Stand aber immer nur “München – Mühldorf” drauf. Die Mühldorfer hatten ihre Star-Lok 218 401 für den Dienst eingeteilt. Das erste Abteil hinter der Lok in einem ehemaligen IR-Wagen wurde okkupiert und los ging es. Hier beim Halt in Dorfen.

In Mühldorf (an 08:16) wechselt der Zug lediglich die Zugnummer auf RE 27005 und fährt dortselbst um 8:36 ab. Halbwegs in den Fahrzeiten der normalerweise im Stundentakt fahrenden RB geht es durch das Rotttal nach Passau. Dabei ist er, obwohl er auf den letzten 25 km 7 Halte planmäßig auslässt, gerade mal 3 (!) Minuten schneller. Eigentlich sind es auch nur 5 ausgelassene Halte, da er an 2 Stationen ohnehin halten muss, um per Laserpistole BÜ einzuschalten. Aber so fallen wenigstens keine Stationsgebühren an, bzw. das Zugpersonal muss keine Türsicherung betreiben, weil der Bahnsteig zu kurz für die Lok mit den 4 Wagen ist.
Hier beim Aufenthalt in Mühldorf, eine der letzten 628-Hochburgen.

In Pfarrkirchen steht diese Garnitur in einem Stutzen als Quasi-Denkmal. Die Lok ist im Innern ausgeräumt und somit nicht mehr einsatzfähig. Auch täuscht die Perspektive nicht! Der Stutzen liegt tatsächlich im Gefälle.

Wie dem auch sei, auch bei den planmäßigen Halten in den Kurorten des Rotttals wollte kaum jemand der Zielgruppe “Kurgäste” seine Heimfahrt mit dem Zug antreten. Das Wetter blieb auch eher bescheiden. Es war hochnebelig. Lediglich in Pfarrkirchen lohnte ein Bild.

Nach knapp 4 Stunden Fahrt kamen wir um 10:50 Uhr in Passau an. Dort wartete 120 120 mit 2 weiteren IC-Wagen auf uns. Diese waren ebenfalls in der Frühe in München gestartet, aber als Lr über Landshut nach Passau gefahren.
Um 11:12h war pünktlich Abfahrt als IC 1986 nach Hamburg-Altona. Nun gut gefüllt mit zahlreichen älteren Fahrgästen, vielen, vielen Koffern und etlichen Fahrrädern.

Im Raum München sind 1044/1144 sehr selten geworden. Der Grenzverkehr in Passau wird dagegen noch von den "Altbau"-Maschinen bestritten. 1144 025 wartet auf die Rückleistung in die Alpenrepublik.

Zwischen Fürth und Siegelsdorf ging es im Gegengleis an einer Baustelle vorbei. Aus dem letzten Wagen heraus konnte die SGL V270.09 - alias 221 121 - im Baugleis mit Bauzug aufgenommen werden.

Das besondere am Zuglauf des IC 1986 ist die Führung durch das Maintal mit Halt in Gemünden. Anschließend fährt der Zug weiter bis Burgsinn und fädelt dort auf die SFS nach Fulda ein.
Aus dem Zug heraus diese Aufnahme eines Regio-Shuttles der Süd-Thüringen-Bahn (STB), der normalerweise hier nicht zu sehen ist. Die Erfurter Bahn, die regulär hier auf dem Unterfranken-Netz zwischen Meiningen - Bad Kissingen & Gemünden bzw. Schweinfahrt fährt, ist jedoch eine Schwesterfirma der STB. Bis auf die Anschriften unterscheiden sich die Triebwagen nicht.

In Fulda waren wegen Bauarbeiten nur 2 Fernverkehrsbahnsteige verfügbar. Noch auf der SFS kamen wir in einem Tunnel zum stehen. Dann ging es mit Stop & Go weiter. In Fulda kamen wir schließlich um 15:35 mit +12 inmitten einer Unwetterfront vom Feinsten an. Wer sich auskennt: In Bronnzell schien noch die Sonne! Aber für ein Abschiedsfoto am Bahnsteig hat es dann doch noch gereicht.

Zum Schluß noch ein Bild des in Fulda bereit stehenden Rettungszuges für die Neubaustrecke. Möglicherweise wird die Lok zu den ersten zählen, die im Rahmen des Ersatzes der Rettungszüge noch einmal grundlegend modernisiert wird, denn im März 2015 läuft ihre 8-Jahres-Frist endgültig ab.

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